Komplementärmedizin, ganzheitlich und individuell.

Unsere positive Unternehmenskultur kommt uns in solch schwierigen Zeiten zugute


Stefan Binz zum Start die Frage, um die man in diesem Jahr nicht herumkommt: Wie hast du dieses spezielle Jahr 2020 erlebt?

Eine schwierige Frage, um in wenigen Sätzen zu beantworten. Ich würde sagen, sehr kontrovers. Einerseits macht mich die Situation sehr betroffen und ich verfolge Entwicklungen in Gesellschaft und Wirtschaft mit grosser Sorge. Andererseits gab es auch die Gelegenheit, gewisse Muster zu hinterfragen. Ich sehe für jeden Einzelnen ein grosses Potenzial in dieser Krise, um sich weiter zu entwickeln und persönlich zu wachsen.

Welche Herausforderungen ergaben sich aufgrund der Corona-Situation für die ebi-pharm ag?

Wie alle anderen wurden auch wir anfangs Jahr vollständig auf dem falschen Fuss erwischt. Geschäftskontinuitätspläne mussten erarbeitet, Prozesse angepasst und Homeoffice innerhalb kürzester Zeit ermöglicht werden. Ich glaube sagen zu dürfen, dass uns dies im Grossen und Ganzen ganz gut gelungen ist. Dafür sehe ich zwei Gründe: Dank der Firmengrösse und -Organisation können wir rasch entscheiden und handeln. Wir sind agil. Und andererseits kommt unsere positive Unternehmenskultur in solch schwierigen Zeiten positiv zum Tragen. Ich habe stets eine sehr hohe Solidarität und ein grosses Verständnis seitens der Mitarbeitenden gespürt. Das macht mich stolz und hat mich das eine oder andere Mal echt gerührt!

Und was hat die Corona-Situation mit dir privat gemacht?

Plötzlich hatte man viel mehr Zeit – für sich selbst und für die Familie. Ich bin nicht jemand, der Dinge einfach als selbstverständlich oder normal betrachtet. Und doch wurde uns nochmals ganz deutlich vor Augen gebracht, dass wir unglaublich dankbar sein können für die kleinen Dinge, die uns täglich begleiten. 

Ich habe diesen neuen Raum, resp. die Ruhe und zusätzliche Zeit, unglaublich schätzen gelernt und möchte auch das eine oder andere daraus in die hoffentlich bald einkehrenden normaleren Zeiten übertragen.

Ein grosses Schlagwort war in diesem Jahr die Digitalisierung. Wie steht die ebi-pharm in dem Bereich da?

Digitalisierung hat natürlich nicht erst seit diesem Jahr einen hohen Stellenwert. Seit einigen Jahren verfolgen wir diverse digitale Projekte, immer mit dem Ziel, unsere Fachkundschaft noch besser begleiten und unterstützen zu können. Es ist ein Thema, das bei uns schon länger höchsten Fokus geniesst. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir im Mai Reto Gurtner als ausgewiesenen Digitalisierungs-Experten in unseren Verwaltungsrat gewählt. 

In der Gesundheitsbranche läuft vieles noch analog. Wie schafft man den Spagat zwischen digital und analog, ohne den einen oder anderen Teil zu vernachlässigen?

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass es kein «entweder oder» mehr gibt, sondern nur noch ein «als auch». Die Angebote gehen Hand in Hand. Die grösste Herausforderung sehe ich darin, dass wir alle, die in der analogen Welt aufgewachsen sind, hier genügend Offenheit zeigen, um nicht nur die neuen Wege zu akzeptieren, sondern diese auch aktiv mitzugestalten. Da erkenne ich gerade in unserer Branche tendenziell noch zu wenig Offenheit und Akzeptanz.

Die ebi-pharm hat sich seit ihrer Gründung 1988 auf dem Markt als Ansprechpartnerin und Expertin im Bereich der Komplementärmedizin etabliert. Wie hat sich das Umfeld seit der Gründung verändert?

Wenn ich zurückblicke über diese gut 30 Jahre, dann hat sich enorm viel getan. Sicher mit dem Highlight der Volksabstimmung im Jahr 2009 und der daraus resultierenden Aufnahme der Komplementärmedizin in der Bundesverfassung. Dank dem Einsatz verschiedener Personen aus Politik, Medizin und Wirtschaft konnten wichtige Meilensteine erreicht werden.

Wenn ich mir nun aber die kritische Frage stelle, was heute denn wirklich anders ist, ist es gar nicht so einfach zu beantworten. Die Akzeptanz in der Bevölkerung hat sicher stark zugenommen. Viele Grundlagen wären eigentlich geschaffen worden. Doch in der täglichen Praxis sehe ich ähnliche Probleme und Widerstände wie damals.

Vom kleinen Familienunternehmen zu einem inzwischen mittleren Unternehmen mit rund 100 Angestellten, lässt sich da das familiäre überhaupt noch erhalten?

Dafür setzen wir uns tagtäglich ein. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies unser wichtigstes Gut ist. In einem kleinen Team ist es noch relativ einfach, das Familiäre zu leben. Man sieht und erlebt einander fast tagtäglich. Mit zunehmender Grösse wird es sicher nicht einfacher. Doch es ist möglich. Es braucht einfach neue Mittel um nicht «auseinander zu wachsen».

Für mich persönlich ist dies eines der ganz grossen Anliegen in unserem Unternehmen. Wie es uns effektiv gelingt, das müsste wohl direkt bei den Mitarbeitenden abgefragt werden. Oder bei unseren Kunden und Partnern natürlich, die genau diesen Wert ja in der täglichen Zusammenarbeit zu spüren bekommen sollten…

Immunsystem stärken ist ein wichtiges Thema im Winter und der Coronazeit. Die Komplementärmedizin hat da einiges zu bieten, richtig?

Ja, unbedingt! Auch die Verkaufszahlen zeigen, dass in diesem schwierigen Jahr viele Konsumenten in die Produkte der Komplementärmedizin vertraut hatten. Ich sehe im Bereich der Prävention sowie auch der chronischen Erkrankungen die grösste Chance der Komplementärmedizin. Es wäre schön, wenn diese Akzeptanz, die in der Bevölkerung zum Teil breit verankert ist, vermehrt auch in Fach- resp. in Expertenkreisen ankommen würde.

Fortbildung ist ein zentraler Pfeiler der ebi-pharm seit ihrer Gründung. Wie hat sich dieser Bereich in den letzten Jahren entwickelt?

Seit meine Eltern die ebi-pharm gegründet hatten, wurden jährlich eine Vielzahl an Fortbildungstagen durchgeführt. Nur wenn die Fachpersonen vor Ort die Hintergründe der Therapiekonzepte und Produkte kennen, können die Endkunden und Patienten bestmögliche Erfolge damit erzielen.

Über die Jahre wurden die Angebote immer weiter ausgebaut. In den letzten Jahren immer mehr auch in Form von Webinaren, Podcasts oder E-Learning. Für die nächsten Jahre dürften sich diese Angebote noch stärker verschmelzen. Online-Fortbildung soll niemals die Präsenzveranstaltungen ersetzen. Als Ergänzung kann so aber sehr viel erreicht werden.

Du bist seit 2008 Geschäftsführer der ebi-pharm, welches waren für dich die grössten Herausforderungen in den letzten 12 Jahren?

Oh! Was für eine Frage! In 12 Jahren ist so Vieles passiert, das uns gefordert und auf der anderen Seite auch immer wieder zu Neuem inspiriert hat!

Ich beantworte die Frage ganz persönlich: Ich bin jemand, der in seinen Entscheidungen gerne verstanden wird. Es müssen nicht immer gleiche Meinungen vorliegen, doch ich habe den Anspruch an mich, dass ich auch bei unterschiedlichen Sichtweisen Verständnis für einen Entscheid aufbauen kann. Nun wächst über die letzten Jahre die Komplexität in Markt und Gesellschaft unglaublich stark. Immer mehr verschiedene Abhängigkeiten beeinflussen unser Wirken und unsere Entscheide. Dieser Umstand erschwert meine gut gemeinte Absicht, meine Partner und Begleiter vollständig abzuholen, ungemein. 

Und wo siehst du die grössten Herausforderungen für die Zukunft?

Unsere Branche war über lange Zeit eine Art «Naturschutzgebiet». Währendem viele Branchen bereits durchgerüttelt wurden – z.B. durch Digitalisierung und neuen Markt-Playern – befanden wir uns stets in einem stark geschützten Umfeld. Das wird sich ändern und wird auch unsere Branche so richtig treffen. Es ist daher umso wichtiger, nicht auf die Veränderungen zu warten, sondern diese aktiv mitzugestalten!

Zum Schluss: Wenn du bei einer Fee einen Wunsch fürs 2021 frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Ich würde die Fee bitten, uns im 2021 stets zu begleiten und immer wieder daran zu erinnern, was uns das Jahr 2020 gelehrt hat. Sie soll uns helfen, dankbar und demütig zu bleiben und sie soll uns davon abhalten, dass wir zu rasch wieder ins «Mehr ist besser»-Denken zurückfallen. Wenn dies gelingt, ist die Basis geschaffen. Für den Rest sind wir dann wieder selbst verantwortlich!

Ihr Kontakt
Sharon Zwahlen
Verantwortliche Marketing Services & Kommunikation
Telefon: 41 76 553 18 32
Mail:  szwahlen@ebi-pharm.ch

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ebi-pharm ag  I  Lindachstrasse 8c  I  Postfach  I  CH-3038 Kirchlindach

Stefan Binz, Geschäftsführer ebi-pharm, wünschte sich mehr Demut und Dankbarkeit fürs 2021.