migrated-contentnews-archivArzneipflanze des Jahres 2014: Der Spitzwegerich – mehr als ein traditionelles Antitussivum | ebi-pharm.ch24.01.2014

Arzneipflanze des Jahres 2014: Der Spitzwegerich – mehr als ein traditionelles Antitussivum

Arzneipflanze des Jahres 2014: Der Spitzwegerich – mehr als ein traditionelles Antitussivum

24.01.2014

Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg hat den Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gewählt. Er wird vor allem innerlich bei Katarrhen der Atemwege und bei Entzündungen von Mund und Rachen angewendet.

Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg hat den Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gewählt. Er wird vor allem innerlich bei Katarrhen der Atemwege und bei Entzündungen von Mund und Rachen angewendet.

Gemäß der gültigen Monografie im Europäischen Arzneibuch sind die Blätter des Spitzwegerichs offizinell (früher: das Kraut, d.h. alle oberirdischen Teile). Ihre Hauptwirkstoffe sind Iridoidglykoside (2–3%) wie Aucubin und Catalpol, die antibakteriell wirken, und Schleimstoffe (Polysaccharide 2–6 %), die den lästigen Hustenreiz mindern. Hinzu kommen Gerbstoffe (6,5%), die adstringierend und blutstillend wirken. Spitzwegerichblätter sind Zutaten für Teemischungen; industriell werden aus ihnen insbesondere Fluidextrakte und Frischpflanzenpresssäfte gewonnen.
Äußerlich können frische, gereinigte Spitzwegerichblätter auch bei Entzündungen der Haut verwendet werden. In der Volksmedizin gelten sie seit der Antike als gutes Mittel zur ersten Wundversorgung und bei Insektenstichen. Auch Shakespeare erwähnt in seinen Dramen mehrmals „plantain“ als Mittel gegen Hautverletzungen.
Der Spitzwegerich wächst bei uns häufig an Wegrändern und auf halbtrockenen Wiesen und Rasenflächen. Seit dem Zeitalter der Entdeckungen hat er sich nahezu weltweit ausgebreitet. Im Unterschied zum Breitwegerich und zum Mittleren Wegerich besitzt er lange, schmale, spitz zulaufende, aufrecht stehende Blätter, mit denen er bis 60 cm hoch werden kann. Er blüht – schöner und auffälliger als seine genannten „Vettern“ – von Mai bis September.
Die „Arzneipflanze des Jahres“ ist nicht mit der „Heilpflanze des Jahres“ zu verwechseln.