migrated-contentnews-archivFischöl beugt Psychosen vor | ebi-pharm.ch02.10.2015

Fischöl beugt Psychosen vor

Fischöl beugt Psychosen vor

02.10.2015

Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die reichlich in Fischöl vorkommen, könnten bei gefährdeten Jugendlichen eine Schizophrenie abwenden. Wenn Teenager mit Frühsymptomen drei Monate lang Omega-3-Ergänzungspräparate einnahmen, reduzierte sich das Risiko, dass die Schizophrenie ausbrach berichten australische Forscher im Fachjournal „Nature Communications“. Bereits 2010 konnte das Team um Professor Dr. Paul Amminger, Melbourne, zeigen, dass die Fettsäuren einen ersten Erkrankungsschub innerh

Die Diagnose einer Schizophrenie wird meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter gestellt. Betroffene können allerdings schon Jahre zuvor unter Symptomen wie Wahnvorstellungen oder paranoiden Gedanken leiden. Obwohl eine frühe Behandlung mit Antipsychotika die Krankheit positiv beeinflusst, warten Ärzte in der Regel ab: Denn nicht alle Betroffenen mit Frühsymptomen entwickeln eine ausgeprägte Schizophrenie, und die Medikamente rufen starke Nebenwirkungen hervor.
 
Omega-3-Fettsäuren könnten da eine Alternative sein: Patienten mit psychischen Störungen wie der Schizophrenie weisen einen Mangel dieser Fettsäuren im Blut auf, was die Wissenschaftler vermuten ließ, dass dasselbe für die Gehirnzellen gelten könnte. Bereits 2010 konnte das Team um Professor Dr. Paul Amminger von der Universität in Melbourne in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität in Wien zeigen, dass die Fettsäuren einen ersten Erkrankungsschub innerhalb von einem Jahr verhinderten.
 
Im Anschluss beobachteten die Wissenschaftler 71 der 81 Teilnehmer zwischen 13 und 25 Jahren für knapp sieben Jahre nach: Es zeigte sich, dass 10 Prozent der Jugendlichen, die Omega-3-Fettsäuren erhalten hatten, eine Psychose entwickelten im Vergleich zu 40 Prozent in der Placebo-Gruppe. Die Mehrheit der behandelten Teilnehmer zeigte sich im Verlauf nicht im Alltag eingeschränkt, war in Vollzeit beschäftigt und berichtete nicht mehr über psychotische Symptome.
 
«Wir könnten den Krankheitsverlauf deutlich beeinflusst haben», hofft Amminger laut der Zeitschrift «New Scientist». Welche Mechanismen dabei ablaufen, ist bislang noch unbekannt. Neuronale Schaltkreise werden in bestimmten kritischen Entwicklungsphasen geformt – dann sind sie besonders empfindlich, was einen idealen Zeitpunkt für eine Intervention darstellen könnte. Eine Einschränkung gibt es: Die Teilnehmerzahl war sehr klein. Um die Ergebnisse zu bestätigen, sind nun größere Studien erforderlich.