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Wissen ebi-aktuell Der Herbst ist da – Vitalpilze haben immer Saison

Der Herbst ist da – Vitalpilze haben immer Saison

Zur goldenen Jahreszeit sind Pilze von unseren Tellern nicht wegzudenken. Egal ob selbst im Wald gesammelt oder auf dem Markt gekauft. Hier erfahren Sie unter anderem, was Pilze sonst noch alles leisten und wie essenziell sie für den biologischen Kreislauf unserer Natur sind.

Vitalpilze liegen verteilt und teils kopfüber auf einem Massivholz-Tisch.

Was ist überhaupt ein Pilz?

Das spannende bei Pilzen ist, dass sie weder zu den Pflanzen noch Tieren gezählt werden können. Sie werden auch als Fadenwesen bezeichnet und bilden ein eigenes Reich unter den Lebewesen. Sie wachsen jedoch wie kleine Pflanzen im Untergrund aber besitzen weder Blattgrün (Chlorophyll) noch betreiben sie Fotosynthese. Pilze sind Pilze, sie existieren in eisiger Kälte und flirrender Hitze. Es handelt sich hier also um einen extrem widerstandsfähigen Organismus. Mit ihren fadenförmigen Armen, die in der Fachwelt Myzel heissen, bohren sie sich durch die Erde. Sie ernähren sich, wie die Tiere, von organischen Nährstoffen aus ihrer Umgebung, die schlussendlich durch die Abgabe von Enzymen aufnahmefähig gemacht werden und durch die Pilzzellwand aufgenommen werden.

Pilze vermehren sich vor allem über Sporen, die zur Verbreitung, Fortpflanzung und zur Überdauerung dienen. Pilze stellen insbesondere im Waldökosystem eine aussergewöhnliche Rolle dar. Sie dienen nicht nur dem Abbau und der Umwandlung von organischem Material, sondern sind auch für die Waldgesundheit von essenzieller Bedeutung.

Die Herkunft und Bedeutung der Pilze

Pilze sind uralte Organismen und existieren seit über 1'200 Millionen Jahren. Weltweit sind heute ca. 100'000 verschiedene Pilzarten bekannt, Fachleute gehen sogar davon aus, dass es über 1.5 Millionen Arten geben könnte. Die grosse Mehrheit davon, ca. 90%, sind jedoch mikroskopisch klein. Dazu gehören unter anderem Hefepilze, Schimmelpilze sowie die menschenpathogenen, also krankmachenden Pilze. Aus diesem Grund fallen diese Pilze auch zu dem Begriff «Mikroorganismen». Die Gruppe der Grosspilze machen weltweit lediglich etwa 10% aller bekannten Pilzarten aus.

China gilt als allgemeines Zentrum der Pilzheilkunde. Schon seit Jahrhunderten sind Vitalpilze ein fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Auch in anderen asiatischen Ländern, wie Japan, Korea und Singapur ist die Behandlung mit Vitalpilzen seit Menschengedenken etabliert.

Schon gewusst?

Das gegenwärtig grösste Lebewesen auf Erden ist ein Pilz – ein wirklich gewaltiger Pilz! Der Gigant, auch Hallimasch genannt, befindet sich in den USA in dem Bundesstaat Oregon (Malheur National Forest) und ist so gross wie 1'200 Fussballfelder und wird auf 400'000 Kilogramm geschätzt.

Vitalpilze – kleine Pilze, die grosses bewirken

Als Vitalpilze gelten Pilze, deren positive Eigenschaften erfahrungsgemäss zur Unterstützung des eigenen Wohlergehens dienen. Zu den wichtigsten Vitalpilzen gehören beispielsweise der Brasil Egerling (Agaricus brasiliensis), der Shiitake (Lentinula edodes), der Maitake oder Klapperschwamm (Grifola frondosa), der Reishi oder der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum), der Chinesische Raupenpilz (Cordyceps sinensis) und der Igelstachelbart (Hericium erinaceus). Die meisten Pilze stammen aus dem asiatischen Raum und werden schon seit Jahrhunderten, vor allem wegen deren Nährstoffe, in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt. Zu den wichtigsten Pilzinhaltstoffen gehören die Beta-Glucane die zu den Polysacchariden, umgangssprachlich Mehrfachzucker genannt, gehören. Die Wirkung der Beta-Glucane auf das Immunsystem ist vielfältig. Durch die Polysaccharide steigern wir unsere Antikörperproduktion und aktivieren so automatisch unsere natürlichen Killerzellen. Die Killerzellen gehen gegen schädliche Viren und Bakterien vor, die unser Immunsystem angreifen können. Mit einem intakten Immunsystem kann sich unser Körper besser gegen Krankheiten schützen und reagiert besser und schneller auf Infekte. Auch bei uns im Westen wird die moderne Mykotherapie immer beliebter. Hier wird vor allem mit Pilzextrakten und Pilzpulver als Nahrungsergänzung gearbeitet.

Pilze als Nahrungsmittel

Mit dem Herbst in den Startlöchern kommt die Pilzsaison. In den Wäldern beginnen die Pilze zu spriessen und viele von uns machen sich eifrig auf die Suche nach den leckeren Pilzen. Das grossartige an Pilzen ist, dass sie reich an Nährstoffen wie Ballaststoffen, Eiweissen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen sind. Durch den hohen Ballaststoffanteil fördern Pilze das Sättigungsgefühl, zugleich sind sie salzarm und somit problemlos in den Speiseplan integrierbar. Pilze sind purinarm und somit auch für Gichtpatienten optimal geeignet. Pilze enthalten als Kohlenhydrat Mannit statt Stärke, was den Insulinspiegel weniger stark ansteigen lässt, weshalb sie auch für Diabetiker geeignet sind. Bis zu 200 g Frischpilze pro Tag können Diabetiker ohne Rechnerei konsumieren.

Zudem liefern Pilze auch Vitamin D und B2. Das Vitamin D ist an verschiedenen physiologischen Prozessen im Körper beteiligt, z.B. hat es einen entscheidenden Einfluss auf den Kalzium- und Knochenstoffwechsel. Vitamin B2 ist an unserem Energiestoffwechsel beteiligt und wirkt antioxidativ. Wer Pilze also in seinen alltäglichen Speiseplan integriert, hat zahlreich Vorteile!


Mehr zum Thema Vitalpilze in unserem Podcast


Autor/in:
Valérie Céline Barbey
Tags zum Bericht:
Blog

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