Das Stiefmütterchen (Viola tricolor): Wesen, Signatur
Das dreifarbige Veilchen (Viola tricolor), in der Volksheilkunde auch bekannt als Stiefmütterchen, ist weit mehr als eine hübsche Pflanze. Seine Eigenschaften und Wirkungen machen es zu einem kraftvollen Helfer bei verschiedenen Haut- und Schleimhauterkrankungen.
Autorin: Hildegard Kalbermatten
Ein Blick auf das Wesen und die Signatur der Pflanze
Das Stiefmütterchen wächst bevorzugt unter Hecken, an Waldrändern oder teilweise auf Wiesen und entfaltet seine Blütenpracht von April bis September. Mit seinen teils herzförmigen, teils lanzettlichen Blättern und den violett-weiss-gelb gefärbten Blüten strahlt es Zerbrechlichkeit, aber auch eine gewisse Stärke aus. Diese Balance spiegelt sich in seiner Wirkung wider: Es schützt und stärkt zugleich. Sein Wesen lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Verletzlichkeit, Echtheit und der feine Unterschied zwischen Sein und Schein.
Die Haut – Schutzschild und Spiegel der Seele
Die Haut, die schützende Hülle des Körpers, vermittelt Geborgenheit, Wärme und Abgrenzung nach aussen wie nach innen. Doch diese Hülle ist zugleich sensibel und verletzlich. Die vier Elemente – Luft, Licht, Wasser und Erde – können sie beeinflussen und verändern. Äußere Faktoren wie Wetter, UV-Strahlen oder Schadstoffe und innere Einflüsse wie Allergien, Stress, unausgewogene Ernährung, Nikotin, andere Genussmittel oder Hormonschwankungen können die Haut belasten. Gleichzeitig können psychische Herausforderungen und das Bedürfnis nach Abgrenzung „unter die Haut“ gehen, sie reizen und empfindlich machen.
In solchen Situationen kann das Stiefmütterchen (Viola tricolor) wertvolle Unterstützung leisten. Mit seiner sanften und regenerativen Wirkung hilft es, die natürliche Balance der Haut wiederherzustellen und ihre Widerstandskraft zu stärken.
Seelische Belastungen wie Stress und Konflikte sowie hormonelle Veränderungen können sich besonders bei jungen Menschen deutlich auf der Haut zeigen und erheblichen Leidensdruck verursachen. Als wichtiges Ausscheidungsorgan und „Spiegel der Seele“ offenbart die Haut oft ein inneres Ungleichgewicht – sei es psychischer oder physischer Natur.
Inhaltsstoffe
Salicylsäure-derivate, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide
Wirkweisen
entzündungshemmend, stoffwechselfördernd auf Haut und Schleimhaut
Anwendungsmöglichkeiten
Die vielfältigen Einsatzgebiete von Viola tricolor reichen von äusserlichen Anwendungen bis hin zu innerlicher Unterstützung: u.a. Ekzeme, Akne und Juckreiz, Impetigo, leichte seborrhoische Hautkrankheiten, Milchschorf beim Kind, Schleimhautverletzungen.
Akne und unreine Haut
- Innerlich: Urtinktur in individueller Dosierung oral in Wasser einnehmen; Tee aus Stiefmütterchen über mehrere Wochen trinken.
- Äusserlich: Drei Tropfen der Urtinktur auf einen Esslöffel Wasser geben und mit einem Wattepad auf die betroffenen Stellen auftragen.
Hormonell bedingte Schmerzen der weiblichen Brust
- Sanfte Anwendung: Eine Mischung aus 3 Tropfen Viola tricolor Urtinktur und Mandelöl auf die Brust auftragen. Wichtig dabei: Die Mischung nur sanft einmassieren, ohne Druck oder Reibung, um keine Wärmeentwicklung auf der empfindlichen Haut zu erzeugen.
Windeldermatitis bei Kleinkindern
- Sitzbad: 5 bis 7 Tropfen der Urtinktur in lauwarmes Wasser geben und morgens sowie abends ein Sitzbad durchführen.
Fallbeispiel: Sanfte Hilfe bei Impetigo
Eine junge Mutter steckte sich bei ihren schulpflichtigen Kindern mit Impetigo an. Zunächst traten bei einem der Kinder einige Bläschen auf, die nach dem Besuch des Kinderarztes mit einer Antibiotikasalbe behandelt wurden. Zwei Wochen später zeigte die Mutter dieselben Symptome. Da sie die antibiotikahaltige Salbe aufgrund einer Unverträglichkeit nicht verwenden konnte, wurde ihr Viola tricolor Urtinktur empfohlen.
Die Anwendung bestand aus der innerlichen Einnahme von 3-mal täglich 5 Tropfen sowie dem Betupfen der betroffenen Hautstellen mit verdünntem Viola tricolor. Hierfür wurde die Urtinktur mit etwas Wasser gemischt.
Bereits nach 5 Tagen zeigte sich eine deutliche Verbesserung: Die Bläschen waren nur noch vereinzelt sichtbar, und kurze Zeit später erstrahlte die Haut wieder in ihrer natürlichen Frische.
Dieses Fallbeispiel zeigt, wie effektiv und zugleich sanft Viola tricolor Urtinktur bei Hautproblemen wirken kann.
Autorin
Hildegard Kalbermatten
Quellen
Kalbermatten R.: «Wesen und Signatur der Heilpflanzen»
Kalbermatten R.u.H.: «Pflanzliche Urtinkturen»
Pahlow: M. «Das grosse Buch der Heilpflanzen» GU Verlag
Bühring U./ Ell-Beiser H. Girsch M.: «Heilpflanzen in der Kinderheilkunde» Sonntag Verlag
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