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Wissen ebi-aktuell Porträt eines Wildpflanzensammlers

Porträt eines Wildpflanzensammlers

Raphael Stucki hat einen ganz besonderen Beruf: Er ist einer der wenigen professionellen Wildpflanzensammler in der Schweiz. Seit 2009 ist er in dieser Funktion für die Firma Ceres in Kesswil tätig.

Raphael Stucki war schon als Kind sehr gerne in der Natur. Er interessierte sich für essbare Pflanzen und war begeisterter Pfadfinder. Es war deshalb vorgezeichnet, dass auch sein beruflicher Werdegang etwas mit Natur zu tun haben würde. Raphael Stucki lernte zuerst Chemielaborant und machte danach ein Studium zum Umweltingenieur. Mit diesem Hintergrund war er prädestiniert für den Job als Wildpflanzensammler bei Ceres. Raphael Stucki und Christoph Kalbermatten, Co-Geschäftsleiter der Firma Ceres, kannten sich und so kam es, dass Christoph Kalbermatten Raphael Stucki 2009 bei einer gemeinsamen Wanderung darauf ansprach, ob er nicht für Ceres als Wildpflanzensammler arbeiten möchte, sie würden einen solchen gebrauchen. Raphael Stucki war nicht abgeneigt und sagte zu Christoph, er solle sich bei ihm melden, wenn es konkret würde. Und das wurde es bereits zwei Monate später, als ihn Christoph definitiv für diese Arbeit anstellte.

Raphael Stucki

Abwechslungsreiche und vielseitige Tätigkeit

Der Beruf eines Wildpflanzensammlers ist vielseitig und abwechslungsreich. Die Sammelsaison dauert von März, wo sie mit dem Bärlauch beginnt bis in den November, wo sie mit der Mistel endet. Dann gibt es eine kurze Winterpause in der zwar nicht gesammelt, aber bereits wieder für das kommende Sammeljahr geplant wird. Während der Saison ist Raphael Stucki stets am Sammeln, aber das ist nur ein Teil seiner Arbeit, er muss auch die Helferinnen und Helfer, die mitsammeln, organisieren und koordinieren. Zudem ist er beständig auf der Suche nach geeigneten Sammelstandorten. Hierfür gilt es Kontakte mit den Besitzern der Standorte zu pflegen und schöne und extensiv genutzt Standorte möglichst langfristig als Sammelstandorte für Ceres zu erhalten. Manche Standorte fallen auch plötzlich wieder weg, wenn zum Beispiel neben einem Standort plötzlich ein Landwirt konventionell anbaut oder neu eine Stromleitung durchläuft, dann muss Raphael Stucki nach geeigneten Ersatzstandorten Ausschau halten.

Pflanzen als Spiegel

Raphael Stucki liebt seine Arbeit, er schätzt es, dass er sehr viel Zeit mit Pflanzen verbringen kann. Er sieht die Pflanzen als spannenden Spiegel, um sich Fragen zu sich selbst zu stellen. Wenn er mit Pflanzen in Kontakt ist, kommt er immer wieder auf philosophische Grundgedanken und lernt so sehr viel über sich selbst. Raphael Stucki lässt sich gerne von den Pflanzen faszinieren, schätzt es, sich Zeit zu nehmen, zur Ruhe zu kommen und sich von der Natur begeistern zu lassen. Raphael Stucki sagt, Sammelarbeit sei häufig eine sehr repetitive Arbeit, das gebe einem eine Ruhe und man komme in einen Fluss und bemerke, wie einfach alles plötzlich von der Hand gehe. Das sei zum Beispiel eine ganz andere Qualität als Büroarbeit. Aber auch die gehört dazu und um die kommt auch ein Wildpflanzensammler nicht herum.

Begeisterung weitergeben

Seine Begeisterung für die Natur und die Pflanzen gibt Raphael Stucki auch auf Heilpflanzenwanderungen und Seminaren für Ceres weiter. Bis jetzt richteten sich diese hauptsächlich an Fachpersonen, in Zukunft sollen sie auch vermehrt für Laien geöffnet werden. Dabei ist es ihm wichtig, bei diesen Wanderungen zu erwähnen, dass der Umgang beim Sammeln achtsam sein soll. Die Pflanzen sollten stets in vernünftigen Mengen geerntet und auch immer einige Exemplare stehen gelassen werden, damit sich die Natur wieder regenerieren kann. Diese Grundphilosophie wird bei der Firma Ceres klar gelebt und das schätzt Raphael Stucki sehr. Er sagt, deshalb hätte er vermutlich auch Mühe, für andere Firmen zu arbeiten, die diesen sorgfältigen Umgang mit der Natur nicht so verankert hätten.

Wenn einem beim Tröpfchen einnehmen ein Bild vor Augen erscheint

Wenn Raphael Stucki selber Ceres Tröpfchen einnimmt, dann hat er ein Bild vor sich von der Pflanze. Weiter kommt auch noch das Bild vom Sammelstandort dazu, von der Landschaft, von der Stimmung, die beim Sammeln der Pflanze herrschte und das Ganze vermische sich dann für ihn wie eine Art Gedicht, sagt mir Raphael Stucki. Er ist überzeugt, dass bei der Einnahme der Tropfen immer auch etwas von dieser Ganzheit spürbar ist und an den Menschen weitergegeben wird, auch an all die Menschen, die selbst beim Sammeln nicht dabei waren.

Sammeln ist im Menschen drin

Wenn man Raphael Stucki fragt, ob er, wenn er erneut vor der Berufswahl stünde, wieder Wildpflanzensammler werden möchte, dann sagt er: «Ich denke schon, denn der Sammeltrieb ist einfach ganz tief in uns Menschen drin.»


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Autor/in:
Simone Walther Büel
Tags zum Bericht:
Blog Ceres Unternehmenskommunikation

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