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Wissen ebi-aktuell Schlaf – ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit

Schlaf – ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit

Schlaf hält uns schlank, jung, schlau und gesund – kurz zusammengefasst, er ist für uns lebensnotwendig. Genügend und erholsamer Schlaf ist in der heutigen schnelllebigen Zeit für viele Menschen nicht mehr selbstverständlich. So ergab die schweizerische Gesundheitsbefragung 2022 des Bundesamts für Statistik, dass rund ein Drittel der Bevölkerung unter Schlafstörungen leidet.

Mann der schläft im Bett

Warum müssen wir überhaupt schlafen

Schlafen ist eine biologische Grundfunktion unseres Körpers, genauso wie Essen und Trinken. Und obwohl wir uns im Schlaf erholen und sich unser Körper regeneriert, ist Schlaf nicht eine Art Energiesparmassnahme, wie man vielleicht denken könnte. Interessanterweise ist nämlich der energetische Grundumsatz unseres Körpers im Schlaf fast gleich hoch, wie im Wachzustand und das Gehirn ist, während wir schlafen, teilweise sogar aktiver als am Tag. Oberflächlich gesehen ist Schlaf eine Art Off-Modus unseres Körpers, das heisst, die Sinne sind eingeschränkt, wir reagieren fast gar nicht mehr auf äussere Reize und unser Bewusstsein ist ebenfalls abwesend. Tatsache aber ist, dass in dieser Zeit lebenswichtige Prozesse ablaufen.

Schlaf hat Einfluss auf die Wundheilung und unser Immunsystem

So werden in der Tiefschlafphase Wachstumshormone ausgeschüttet, die uns als Kind wachsen lassen, aber auch zeitlebens wichtig sind für unseren Haut- und Knochenaufbau oder die Wundheilung. Ebenso ist das Immunsystem im Schlaf hochaktiv. Wenn wir genügend schlafen, kann unser Körper Erreger besser angehen und Entzündungen effektiver bekämpfen. Das haben bestimmt viele von uns schon einmal am eigenen Körper erlebt, wenn eine Erkältung im Anzug war. Erwischte man in der Situation zu wenig Schlaf, dann brach die Erkältung so richtig aus, umgekehrt, wenn man sich viel Schlaf gönnen konnte, konnte man den Erkältungsausbruch oft noch stoppen, also sozusagen wegschlafen.

Gehirnentrümpelung und Lernen im Schlaf

Neben der Abwehr profitiert auch unser Gehirn vom Schlaf: Es wird entrümpelt, Eindrücke und Erlebnisse des Tages werden sortiert, verworfen und abgespeichert. So wird Gelerntes über Nacht im Langzeitgedächtnis abgelegt und mit anderen Informationen verknüpft. Oder wer hat nicht schon erlebt, dass am Abend gelernte Vokabeln am nächsten Morgen plötzlich viel besser sitzen und einem problemlos über die Lippen kommen. Das Gehirn benutzt den Schlaf zudem, um Erinnerungsaltlasten loszuwerden und so wieder Platz für Neues zu schaffen. Das Gehirn wird aber nicht nur von Erinnerungsaltlasten, sondern auch noch anderweitig gereinigt. So entdeckte im Jahr 2022 eine Forschergruppe um die dänische Neurobiologin Dr. Maiken Nedergaard, dass die Blutgefässe im Gehirn von feinsten Kanälen begleitet werden, die für den Abtransport von schädlichem Zellmüll aus dem zentralen Nervensystem zuständig sind. Sie bezeichneten dies als glymphatisches System. Gerade im Tiefschlaf arbeitet dieses auf Hochtouren. Es wird deshalb vermutet, dass Schlafmangel über Jahrzehnte zu Proteinablagerungen im Gehirn führen könnte, ein Risikofaktor für Alzheimer. Die Bedeutung des glymphatischen Systems für den Abtransport fehlgefalteter Proteine aus dem Gehirn ist deshalb Gegenstand intensiver Forschung.

Guter und ausreichender Schlaf hält schlank

Im Schlaf werden auch die «Appetithormone» geregelt. Wer zu wenig schläft, der hat einen erhöhten Ghrelin-Spiegel. Ghrelin ist ein Hormon, das den Appetit anregt. Gleichzeitig führt Schlafmangel zu einem verminderten Leptin-Spiegel. Leptin ist ein Hormon, das den Appetit dämpft. Wer also ausreichend und erholsam schläft, tut auch etwas Gutes für sein Körpergewicht. Denn wer genügend schläft, neigt weniger dazu, zu viele Kalorien zu sich zu nehmen.

Ursachen für Schlafmangel und Schlafstörungen

Die Gründe für Schlafstörungen sind vielfältig. So listet die Weltgesundheitsorganisation WHO inzwischen in ihrem Kriterienkatalog fast hundert Schlaf-Wach-Störungen auf. Viele psychische und neurologische Erkrankungen gehen häufig mit Schlafproblemen einher. Auch Schnarchen ist nicht immer harmlos, denn wenn sich dahinter eine Schlafapnoe verbirgt, die mit Atemaussetzern in der Nacht verbunden ist, schädigt das auf lange Sicht die Gefässe und den Herzmuskel. Zu den bekannten Schlafräubern gehören oft ebenfalls körperliche Beschwerden, die sich dann auf die Schlafqualität auswirken, wie z.B. anhaltende Rückenschmerzen. Ebenso können geopathologische Ursachen ein Grund für Schlafprobleme sein (siehe auch hier: Wenn Elektrosmog und Erdstrahlen krank machen).

In der Schweiz hat bei der letzten Gesundheitsbefragung, die 2022 stattfand, ein Drittel der Bevölkerung angegeben unter Schlafproblemen zu leiden.7% der Personen sind dabei von pathologischen und 26% von mittleren Schlafstörungen betroffen. Dabei fällt auf, dass Frauen häufiger unter Schlafstörungen leiden (37%), als Männer (29%). Weiter zeigte sich bei dieser Befragung, dass Schlafstörungen mit zunehmenden Alter ansteigen.

Wie viel Schlaf benötigen wir eigentlich?

Möchten Sie noch mehr rund ums Thema Schlaf erfahren? Zum Beispiel wie viel Schlaf wir Menschen im Durchschnitt eigentlich benötigen? Dann lesen Sie Teil 2 unserer Serie zum Thema Schlaf.


Passende Links zum Thema:

Schweizerische Gesundheitsbefragung: Ergebnisse 2022 | Bundesamt für Statistik

Ratgeber Schlaf | Helsana

Erdstrahlen, Wasseradern und Elektrosmog | Geopathologie Schweiz AG


Jetzt Reinhören - Unsere Podcast- Kanäle


Autor/in:
Simone Walther Büel
Tags zum Bericht:
Schlaf Unternehmenskommunikation

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