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Sie ist Tanja

Engagiert, erfolgreich, mit allen per du, nahbar – und neben ihrem Job auch noch kreativ. Tanja Zimmermann-Burgerstein, CEO von Burgerstein Vitaminen, hat ihren eigenen Stil.

Tanja Zimmermann-Burgerstein

Dabei ist sie doch eine hundertprozentige CEO! Aber bereits früh morgens, auf dem Weg von ihrem Zuhause ins Büro, widerspricht Tanja Zimmermann-Burgerstein der gängigen Meinung, wie eine oberste Chefin zu sein hat. Sie macht sich keine Gedanken übers Geschäft. Viel mehr treiben sie andere Dinge um, an diesem Tag etwa die Sorge um die alten Bäume rund um ihr Haus. Ob sie dem Wind wohl trotzen? Ein Frühlingsföhnsturm tobt.

Sie ist Tanja, sie ist anders.

8 Uhr. Ihr Arbeitsplatz: Ein langgestrecktes Fabrikgebäude in Rapperswil-Jona, dessen Eingang kaum zu finden ist. Keine Spur von Prunk oder irgendetwas, das der Bekanntheit von Burgerstein Vitamine entspricht. Über drei Millionen Packungen setzt ihr Unternehmen Jahr für Jahr ab. Und Jahr für Jahr erhält die Firma im Bereich Vitaminprodukte das Prädikat «vertrauenswürdigste Marke» – unter 180 Mitbewerbern.

In einer weissen Bluse, darüber eine kamelbraune Strickjacke, bereitet sie sich auf die erste Sitzung vor. Sie wird die Leitung der Bereiche Betrieb, Produktion, Logistik und Einkauf treffen. Das leise zirpende Telefon ignoriert sie. Die Liste der Traktanden hat Vorrang. Dann macht sie sich auf den Weg ins Sitzungszimmer, balanciert den Laptop in der einen Hand, eine Teetasse in der anderen, die nötigen Papiere unter den Arm geklemmt, grüsst links, grüsst rechts, ist mit allen per du. 55 Mitarbeitende umfasst ihre Belegschaft. Stösst eine neue Person dazu, nimmt sie sich Zeit für ein Treffen, ohne Ausnahme.

Die CEO setzt sich ganz oben an den langen Tisch, aber nicht ans Kopfende. Sie ist keine, die ihre Position betonen muss. Sie ist Tanja. Auf der Traktandenliste, was der Alltag bringt: Verzögerungen bei der Lieferung eines Rohstoffs, Spätfolge der Pandemie. «Danke», sagt sie nach kurzer Diskussion. Wird sich wieder bessern. Für ein Produkt fehlen die Schraubdeckel, also kann es nicht ausgeliefert werden. Sie wippt mit den Beinen. Weshalb haben wir so viel Beta-Carotin an Lager?

«Achtung – Achtung», kommt ihre Warnung. «Da würde ich eine Lösung anpeilen.» Diese Formulierung verwendet sie, wenn sie ihrem Willen Ausdruck geben will. Und bittet um das nächste Thema: Der Zähler einer Abpackmaschine tut nicht richtig. «Okay.» Sie steht auf und öffnet ein Fenster. Was macht eigentlich so die Konkurrenz? Ihr Blick fällt auf den Tisch, wo einige hausfremde Produkte stehen, eines auffällig bunt und attraktiv designt. «Super gemacht. Aber wie viele Farben, Aromen und andere Zusatzstoffe hat‘s da drin? – Ich will es gar nicht wissen.» Next: Wie sieht die langfristige Planung aus? Wenn die Nachfrage weiter so steige, komme man kaum nach mit produzieren, meldet der Chef Produktion. Toll, aber auch schwierig. Die Kundschaft nicht bedienen zu können, ist ein No-Go. «Wir müssen alle mitdenken», sagt die CEO in die Runde.

Auf dem Fensterbrett hört eine Büste aus Bronze mit, kantige Gesichtszüge, Denkerstirn, eine Hand stützt den schweren Kopf. Es ist Lothar Burgerstein, Tanjas Grossvater. Als ihm nach
einem Autounfall im Jahr 1966 die Heilung zu langsam geht, beginnt er sich selbst zu therapieren: mit Mikronährstoffen, also mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen. Besteht ein Mangel, geht es uns nicht gut. Ohne Mikronährstoffe funktioniert der Körper nicht. So simpel ist das.

Der Selbstversuch gelingt. Diesen Erfolg will Lothar Burgerstein mit möglichst vielen anderen Menschen teilen, weshalb er im Jahr 1972 Burgerstein Vitamine gründet. Enkelin Tanja führt
das Unternehmen heute in dritter Generation.

Tanja Burgerstein wird 1969 geboren und wächst am Zürichsee auf. Hatte sie als Kind einen Traumberuf? «Vielleicht Architektin – oder Designerin», sagt sie. Alles, was mit Kreativität zu tun hat, interessiert sie. Sie entscheidet sich anders, folgt aber ihrer Liebe zur Gestaltung und geht in die Werbung. Nach Stationen bei verschiedenen Agenturen, unter anderem in den USA, findet sie zum Familienunternehmen und übernimmt 1996 das Marketing. Bald beginnt sie sich auch für die anderen Sparten der Firma zu interessieren. Nach einer Zusatzausbildung in Ökonomie an der Hochschule St. Gallen ist sie bereit für die Karriereleiter: Einsitz in die Geschäftsleitung 2010, Einsitz in den Verwaltungsrat 2016, Geschäftsführerin 2016, Präsidentin des Verwaltungsrats 2019. Seit sie die Geschäfte leitet, haben sich die Umsätze verdoppelt. «Natürlich ist das auch eine Folge der Pandemie», lehnt sie den Schluss ab, das sei ihr Verdienst.

Zwei Stunden später ist sie zurück in ihrem Büro. An der einen Wand ein Bild ihrer Kinder, gegenüber das Bild einer Segeljacht in voller Fahrt. «Burgerstein Vitamine» und «Tut gut» steht darauf. Das Bild gefällt ihr; die CEO segelt selbst. Sie schaut in ihre Agenda, seufzt und bemerkt, sie komme kaum zum Arbeiten. Das heisst, sie kommt kaum dazu, die langfristige Planung voranzutreiben, Excel-Listen zu kontrollieren, Analysen zu erstellen, Geschäftszahlen zu überprüfen. Richtig; denn schon steht die nächste Sitzung an. Sie steht auf, balanciert Laptop und Teetasse. Empfindet sie die vielen Sitzungen als anstrengend? Nein, sagt sie. «Ich höre in den Meetings das Rauschen unseres Betriebs, wie es uns geht.»

In den nächsten Stunden wird sie einige Kernsätze sagen. Etwa: «Das Gesundheitswesen darf keine Geldmaschine sein.» – «Ein CEO muss seine Firma so weit bringen, dass er auswechselbar ist.» – «Wir arbeiten nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht nach gesellschaftlichen Trends.» – «Dass Gesundheit auch mit viel schlafen, gesund kochen, Zeit mit der Familie verbringen und frischer Luft zu tun hat, vergessen wir allzu gerne.»

Gleich anschliessend nochmals zwei Sitzungen. Thema: Sanierung der elektrischen Leitungen. Das gefällt ihr: «Mal was anderes.» Anschliessend gleich wieder Business as usual: Die Geschäftsleitung trifft sich zur Strategiesitzung. Jetzt, wo die Pandemie endlich abflacht, was heisst das für uns? Was haben wir in der Pipeline?

Dann endlich, die letzten Stunden des Tages, etwas Zeit für ihre eigenen Pendenzen. Ein Schluck Tee aus der Thermosflasche, ein Blick auf die vorbeifliegenden Sturmwolken. Das Telefon zirpt, sie nimmt ab, hört zu und sagt: «Mega», hängt auf, wippt mit den Beinen, beginnt zu schreiben, stützt dabei den Kopf wie der Grossvater. Auf dem Bildschirm das Vorwort für die 14. Auflage vom «Handbuch Nährstoffe», basierend auf den Erkenntnissen der internationalen Forschung. Das Buch ist seit Jahren ein Bestseller.

Als es dunkel wird, nimmt sie Jacke und Tasche und geht hinaus in den Sturmwind. Sie ist nicht die letzte, die das Firmengebäude verlässt. Sie hat auch noch ein anderes Leben. Sie ist Tanja.

Der Weg ist kurz, ein paar hundert Meter nur. Zuhause kocht sie für die Familie, überzeugt, «dass ich dank meiner Aufgaben als Mutter eine bessere CEO bin.» Erfolg im Geschäft ist gut, aber nicht das ganze Leben. Neben den Pfannen leuchtet ihr Laptop. Es gilt noch einige E-Mails zu beantworten. «Ich kann erst ausschnaufen, wenn die Inbox leer ist.» Das gelingt ihr.

Später am Abend wird sie noch in ihr Atelier gehen und sich an die Töpferscheibe setzen. «Hier bleibt mir gar nichts anderes übrig, als das Geschäft auszublenden. Ich brauche volle Konzentration.» Sie wird den feuchten Ton bearbeiten, mit der Kraft ihrer Hände eine Schale formen, sie wachsen sehen, korrigieren, nochmals formen und ein weiteres Mal, bis sie
zufrieden ist.

Sie lebt ihre Kreativität. Sie ist sich. Sie ist Tanja.

Autor/in:
Antistress AG
Tags zum Bericht:
Burgerstein

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