Krätze - wenn es nachts unter der warmen Bettdecke plötzlich unglaublich juckt
Krätze – medizinisch auch Skabies genannt – ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei var. hominis) verursacht wird. In der Schweiz galt Krätze lange Zeit als ausgestorben. Seit ein paar Jahren tritt die stark juckende Hauterkrankung aber wieder vermehrt auf. Die Erkrankung wird oft mit mangelnder Hygiene in Zusammenhang gebracht, was jedoch falsch ist. Sie kann jede Person treffen, entscheidend für eine Ansteckung ist ein längerer Hautkontakt mit einer infizierten Person. Oft tritt sie bei Kindern und Jugendlichen auf, da diese häufig auf engem Raum zusammen sind (z.B. in Krippen, Kindergarten, Schule).

Wodurch wird Krätze ausgelöst?
Die Hauterkrankung Krätze wird durch Krätzmilben ausgelöst. Diese Milben graben feine Gänge in die obersten Hautschichten und legen dort ihre Eier ab. Die Gänge können bis zu 1 cm lang sein und ein einzelnes Krätzeweibchen kann in so einem Gang bis zu 50 Eier platzieren.
Das Immunsystem reagiert auf die Milben und ihre Ausscheidungen mit einem starken Juckreiz.
Ausserhalb des Körpers kann die Krätzmilbe nur zwei bis drei Tage überleben. Und entgegen der weit verbreiteten Meinung kann Krätze auch unter besten hygienischen Bedingungen vorkommen.
Wie wird Krätze übertragen?
Die Krätze kann sich schnell ausbreiten, denn die Übertragung der Krätzmilbe geschieht durch engen Hautkontakt. Daher sind besonders Kinder und Jugendliche, die auf engem Raum zusammen sind (wie in Kinderkrippen, Kindergärten oder Schulen), häufig davon betroffen. Die Krankheit kann jedoch auch durch Geschlechtsverkehr oder befallene Gegenstände und Textilien (wie Wolldecken, Handtücher, Kleidung, Kissen, Matratzen oder Plüschtiere) übertragen werden.
Wie erkennt man die Hautkrankheit?
Zu den häufigsten Symptomen bei Krätze gehören folgende:
- starker Juckreiz, insbesondere in der Nacht, da die Milben hauptsächlich in der Nacht aktiv sind
- kleine rote Knötchen oder Bläschen
- feine, geschlängelte Milbengänge in der Haut
- Hautveränderungen zwischen den Fingern, an Handgelenken, Ellbogen, Achseln, Brustwarzen, im Genitalbereich sowie an Füssen und Knöcheln
Die ersten Beschwerden treten meist zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung auf. Deshalb bleibt ein Befall oft zuerst unbemerkt. Betroffene können aber in dem Zeitraum bereits ansteckend sein.
Bei einer erneuten Infektion zeigen sich die Symptome häufig bereits nach wenigen Tagen.
Wie wird Krätze behandelt?
Für die Behandlung von Krätze wird standardmässig eine Creme mit Permethrin angewendet, welche die Milben zuverlässig abtötet. In bestimmten Fällen verschreibt die Ärztin oder der Arzt zusätzlich oder alternativ Tabletten mit Ivermectin.
Ebenso wichtig wie die eigentliche Therapie ist die gleichzeitige Behandlung aller engen Kontaktpersonen – auch wenn diese noch keine Beschwerden haben. Kleidung, Bettwäsche und Handtücher sollten bei mindestens 60 °C gewaschen oder für mehrere Tage luftdicht verpackt werden. Nur so lässt sich eine erneute Ansteckung vermeiden.
Wer eine Krätzebehandlung zudem noch mit natürlichen Mitteln unterstützen will, hat folgende Möglichkeiten:
- Kokosöl zur Pflege trockener Haut
- Neemöl als traditionell verwendetes Pflanzenöl
- Aloe Vera zur Beruhigung gereizter Haut
- lauwarme Haferbäder oder kühle Umschläge gegen den Juckreiz
- eine ausgewogene Ernährung, genügend Flüssigkeit und ausreichend Schlaf zur Unterstützung der Hautheilung
Auch nach erfolgreicher Behandlung kann der Juckreiz noch mehrere Wochen anhalten. Dies ist eine normale Reaktion des Immunsystems und bedeutet nicht, dass die Behandlung erfolglos war.
Grundsätzlich kann man sagen, dass Krätze zwar sehr unangenehm und ansteckend ist, sich aber mit einer konsequenten Therapie gut behandeln lässt. Eine frühzeitige Diagnose, die gleichzeitige Behandlung aller Kontaktpersonen und sorgfältige Hygienemassnahmen sind entscheidend für den Therapieerfolg.
Nützlicher Link zum Thema:
Krätze: Ursachen und Symptome – USZ
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- Autor/in:
- Simone Walther Büel
- Tags zum Bericht:
-
Blog Komplementärmedizin
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