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Was macht eigentlich eine Aromatologin?

Cécile Zumbühl ist Aromatologin bei Aromalife. Sie kreiert mit Feingefühl wunderbare Düfte – so steht es auf der Website von Aromalife. Wir wollten es genau wissen und haben Cécile Zumbühl zu ihrer Arbeit befragt. Lassen Sie sich mit untenstehendem Interview in die Welt der Duftkreation entführen. 

Cécile Zumbühl, erklärt uns zum Start, wie man überhaupt Aromatologin wird. Gibt es eine spezielle Ausbildung für diesen Beruf?

In meinem Leben spielten Düfte und Gerüche schon sehr früh eine wichtige Rolle. Ich erinnere mich zum Beispiel an Düfte von Gegenständen und Lebensmitteln, die ich in der Kindergartenzeit gerochen habe. Später waren es dann Parfums und sonstige duftende Materialien und Pflanzen, die mich faszinierten.

Der Weg zur Aromatologin begann für mich im Jahr 1991. Nach einem allerersten Tageskurs zum Kennenlernen von ätherischen Ölen wusste ich, dass mein zweiter Berufsweg in diese Richtung gehen wird. Und nachdem ich alle damals lieferbaren ätherischen Öle von einem bestimmten Lieferanten zuhause hatte, begann ich gleich, die ersten Erfahrungen mit Mischen zu machen.

Die Entscheidung, mich mit natürlichen Düften zu beschäftigen, war sofort klar. Der Beruf einer Parfumeurin hätte mich zwar auch interessiert, aber in der Parfum-Industrie werden im Gegensatz zur Aromatologie vor allem viele synthetische Duftstoffe verwendet.

Bei Susanne Fischer-Rizzi absolvierte ich kurz darauf die Aroma-Massage Ausbildung und die Aromatologie-Ausbildung. Später (2008-2012) die Ausbildung im Rahmen «Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe» bei Eliane Zimmermann in Wien zur ärztlich geprüften Aroma-Praktikerin.

Welche Voraussetzungen muss man für die Ausbildung zur Aromatologin erfüllen? Und was lernt man in der Ausbildung zu Aromatologin?

Bei der Ausbildung werden die theoretischen und praktischen Grundlagen zu den Duftstoffen gelehrt. Bei diesem Beruf ist vor allem ein ausgeprägter und geübter Geruchssinn wichtig. Das Düftegedächtnis wird aktiv immer wieder trainiert. Diese Kenntnisse und Erfahrungen können nur mit «learning by doing» erarbeitet werden. Ich selber gab sehr viele Workshops, bei denen wir Naturparfums selber herstellten. Durch diese unglaubliche Vielfalt von Duftvarianten schulte ich meinen Geruchsinn darauf, welche Düfte wie und in welchen Mengen zusammenpassen. 

Cécile Zumbühl, du kreierst Düfte für die Firma Aromalife. Wie ist der Ablauf beim Entwickeln eines neuen Duftes? Wo holst du deine Ideen und Inspirationen? Und wie findet man heraus, was für ein Duft den Kundinnen und Kunden Freude bereiten könnte?

Bei neuen Düften steht am Anfang immer eine «Duftidee», die als Ziel und Resultat erreicht werden möchte. Diese «Idee» kann ein Name, ein Gefühl oder eine Situation sein, für die eine Kreation gesucht ist. Ich persönlich habe auch schon nach einem eindrücklichen Film, dem Anblick einer Landschaft oder einer Begegnung mit Menschen versucht, dieses innere Erleben in einem Duft umzusetzen.

Bei Aromalife arbeiten Jürg Horlacher und ich stark zusammen. Jemand von uns hat eine Idee oder spürt einen Trend und ich mache dazu einige Duftentwürfe. Wir reden gemeinsam darüber, was wir empfinden. Um Düfte und unsere Eindrücke zu beschreiben, braucht es eine «spezielle Sprache». Manchmal reden wir von «in der Mitte ist es zu dünn» oder «zu spitzig oben». In einem nächsten Schritt werden Duftproben anderen Personen zum Testen gegeben. Nach dieser ersten Auswahl stellen wir Proben in Alkohol (wie Raumsprays) oder in sonstigen Materialien her.

Bei Duftmischungen ist es so, dass jeder Mensch spontan sagen kann, das gefällt mir oder nicht. Der Geruchsinn ist in dieser Hinsicht sehr klar und präzise. Weitere Kenntnisse über die Inhaltsstoffe sind zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig.

Wir Menschen entwickeln ja im Laufe des Lebens ein ganz persönliches Duftgedächtnis, das auch nicht wieder gelöscht werden kann. Deshalb ist es jeweils genau richtig so, wie jemand in seinen Worten einen Duft beschreibt.

Zum Schluss möchte ich von dir noch wissen, ob Aromatologin für dich immer dein Traumberuf war und auch noch ist und weshalb das so ist?

Bei mir im Leben sind es zwei Traumberufe. Meine erste Ausbildung machte ich als Buchhändlerin und ich arbeitete bis vor wenigen Jahren auf diesem Beruf. Der andere Traumberuf ist das «Düfte mischen». Ich kann mir zurzeit nicht vorstellen, dass mich Gerüche und Düfte jemals nicht mehr interessieren könnten.

Cécile Zumbühl, herzlichen Dank für diesen spannenden Einblick in die Welt einer Aromatologin.


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Weiterführende Links

Alternativmedizinische Behandlungsmethoden: Aromatherapie


Autor/in:
Simone Walther Büel
Tags zum Bericht:
Aromalife Unternehmenskommunikation

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