Therapieformen einfach erklärt: Atlaslogie
In der Komplementärmedizin gibt es eine grosse Vielfalt an Therapieformen. In unserer Serie stellen wir Ihnen einige dieser Therapieformen etwas näher vor. In diesem Blog erfahren Sie, was man unter Atlaslogie versteht und wo diese Therapie-Methode zum Einsatz kommt.
Was versteht man unter Atlaslogie?
Die Atlaslogie nach Walter Landis ist eine rein energetische, nicht manipulative Methode zur Zentrierung des verschobenen, obersten Halswirbels, dem so genannten Atlas. Dieser erste Halswirbel hat zum nächsten Wirbel keine verbindende Bandscheibe und ist dadurch frei beweglich.
Das Wort Atlas heisst so viel wie «tragen» oder «ertragen». Seine Bedeutung kommt aus der griechischen Mythologie. Hier ist Atlas ein Titan. Er ist der Anführer der Titanen im Krieg gegen die olympischen Götter. Die Titanen verlieren den Krieg und Atlas wird zur Strafe von Zeus an den westlichen Rand der Welt verbannt und dazu verdammt das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Als Wirbel spielt der Atlas in unserem Körper ebenso eine tragende Rolle, wie in der griechischen Mythologie. Denn wenn der erste Halswirbel verschoben ist, kann sich das auf den ganzen Körper auswirken. Aus dieser Erkenntnis heraus hat der Schweizer Walter Landis 1994 eine Methode entwickelt, die auf der Idee basiert, den ersten Halswirbel zu zentrieren, um das Nervensystem zu entlasten und die Körperstatik zu verbessern. Er nannte seine Methode Atlaslogie. Die Methode baut auf den Erkenntnissen der Chiropraktik auf, insbesondere auf der Arbeit von Daniel David Palmer und Dr. Peter Huggler (Absolvent des Palmer College in den USA), der 1981 die Technik der Vitalogie entwickelt hatte.
Die Atlaslogie wird als ganzheitliche Gesundheitsvorsorge und zur Ursachenbeseitigung bei Beschwerden im Rücken oder Kopf angewendet. Atlaslogie wirkt positiv auf das Nerven- und Gleichgewichtssystem, die allgemeine Muskelspannung und die Eigenwahrnehmung des Körpers.
Ablauf einer Atlaslogie-Behandlung
- Erstgespräch:
Im Erstgespräch wird eine Bestandesaufnahme von vergangenen sowie gegenwärtigen Krankheiten, Unfällen und Beschwerden gemacht, unter Einbezug des sozialen Umfeldes sowie der Ernährungs- und Schlafgewohnheiten. Zudem informiert der Atlaslogist den Klienten/die Klientin über die Methode Atlaslogie sowie über mögliche Reaktionen.
oder
Folgegespräch: Im Folgegespräch werden die Veränderungen und Fortschritte seit der letzten Sitzung schriftlich festgehalten.
- Beintest: Der Atlaslogist erfasst mittels zweier Beintests den aktuellen Beckenstand und die Beckenrotation.
- Palpation (Abtasten) des Atlas: Im Sitzen tastet der Atlaslogist mit beiden Mittelfingern die Querfortsätze des Atlas und lokalisiert die Atlasposition (hier gibt es nebst zentriert bis zu 18 verschiedene Verschiebungsmöglichkeiten).
- Adjustment (Zentrieren): Jetzt folgt das so genannte Adjustment (Zentrieren) des Atlas, das eigentliche Kernstück der Atlaslogie. Der Atlaslogist berührt mit seinen beiden Mittelfingern die seitlichen Fortsätze des Atlas. Dabei wird der Atlas mittels energetischem Impuls in Schwingung versetzt. Dadurch kann er sich selbst in seine Urposition zurückschwingen. Ein allfälliger Beckenschiefstand kann sich so aufheben.
- Ruhepause: Nach dem Adjustment ruht der Klient/die Klientin mindestens 20 Minuten. Während dieser Ruhephase laufen im Körper verschiedene Prozesse ab und hat insbesondere die Wirbelsäule die Möglichkeit sich auszurichten.
- Schlusskontrolle: Nach der Ruhephase wird der Beckenstand mittels Beintest erneut kontrolliert und sichergestellt, dass das Becken nun gerade ist.
Wie viele Sitzungen insgesamt nötig sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es wird empfohlen die Behandlung erst dann abzuschliessen, wenn die Wirbelsäule eine optimale Statik erlangt hat und der Atlas zentriert geblieben ist. In der Regel ist das so nach 8-12 Sitzungen über einen Zeitraum von 1 bis 1 ½ Jahren der Fall. Anfangs (bis zur 4. Sitzung) werden diese wöchentlich durchgeführt, danach wird der Abstand zwischen den Sitzungen je nach Fortschritt vergrössert. Um den Erfolg einer Atlaslogie-Behandlung zu erhalten, empfiehlt es sich nach Abschluss ½ jährlich den Atlas und den Beckenstand kontrollieren zu lassen. Dies ist gleichzeitig auch eine gute Gesundheitsvorsorge.
Da es sich bei der Atlaslogie um eine sehr sanfte Methode handelt, ist sie für Menschen jeden Alters geeignet, von der Geburt bis zum Lebensende.
Wo kommt Atlaslogie zum Einsatz?
Die Atlaslogie kann sehr vielseitig angewendet werden, z.B. bei
- Rückenschmerzen
- Kopfschmerzen / Migräne
- Schleudertrauma
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Beckenschiefstand
- Dysfunktionen eine Organs
- Dysfunktionen des Hormonsystems
- …
Atlaslogie wird aber auch angewendet, um die Körperhaltung zu verbessern, ein bestmögliches Funktionieren des Zentralnervensystems zu gewährleisten und um das allgemeine Wohlbefinden zu erhalten und zu steigern.
Grenzen der Therapiemethode
Grundsätzlich sind der Atlaslogie in der Anwendung keine Grenzen gesetzt. Atlaslogie kann in jeder Lebenslage zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch Situationen, in denen sich der Körper nicht mehr selbst regenerieren kann. Das können z.B. Krankheiten und Defekte am Zentralnervensystem, am Skelett sowie nicht mehr vorhandene Bandscheiben sein. In solchen Fällen kann die Atlaslogie einfach zur Linderung der Beschwerden und der Verzögerung der Degeneration zum Einsatz kommen. Zielsetzung ist dann die Verbesserung des Allgemeinzustandes.
Weiterführende Links zum Thema:
Atlaslogie Schweiz | Schweiz | Schweizerischer Verband für Atlaslogie (SVFA)
Weitere Blogs rund um Therapieformen und alternativmedizinische Behandlungsmethoden:
Die Phytotherapie - ebi-pharm.ch
Physiotherapie einfach erklärt
Kryotherapie - Kältetherapie einfach erklärt
Craniosacral - einfach erklärt
Unsere ebi-pharm Podcast-Kanäle
- Autor/in:
- Simone Walther Büel
- Tags zum Bericht:
-
Atlasologie Komplementärmedizin Unternehmenskommunikation
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